Holz oder WPC für die Terrasse? Ein ehrlicher Vergleich
Beides funktioniert. Die Entscheidung hängt weniger am Material als an zwei Fragen: Wie viel Pflege wollen Sie jedes Jahr leisten, und wie soll die Terrasse in einigen Jahren aussehen? Holz altert sichtbar und lässt sich aufarbeiten. WPC bleibt länger gleich und lässt sich kaum aufarbeiten.
Und noch etwas vorweg: Erst die Unterkonstruktion, dann die Diele. Ob eine Terrasse hält, entscheidet sich meistens unter dem Belag.
Was ist WPC eigentlich?
WPC ist ein Verbundwerkstoff aus Holzmehl, Kunststoff und Zusätzen. Es ist weder Vollholz noch reiner Kunststoff, und es verhält sich auch nicht wie eines von beiden.
Innerhalb von WPC gibt es große Unterschiede. Es gibt Hohlkammerprofile und massive Vollprofile. Es gibt unbeschichtete Dielen und ummantelte, bei denen eine geschlossene Deckschicht aufgebracht ist. Die ummantelten sind unempfindlicher gegen Flecken und fasern an den Kanten weniger aus. Wer „WPC" sagt, hat damit noch nichts über die Qualität gesagt.
Welches Material macht mehr Arbeit?
Hier ist WPC klar im Vorteil. Es muss nicht geölt werden, und es splittert im Normalfall nicht.
Eine Holzterrasse will einmal im Jahr gereinigt werden. Wer die ursprüngliche Farbe halten will, muss zusätzlich ölen, und zwar dauerhaft. Ohne Öl vergraut Holz. Das ist kein Schaden, sondern normal, aber es ist eine Entscheidung, die man bewusst treffen sollte.
WPC ist deshalb nicht wartungsfrei. Auch WPC wird schmutzig und muss gereinigt werden. Fett, Rotwein und Grillspritzer können auf unbeschichteten Dielen sichtbar bleiben. Der Unterschied ist: Reinigen ja, Nachbehandeln nein.
Wie sieht die Terrasse nach ein paar Jahren aus?
Holz verändert sich, und zwar ungleichmäßig. Die Fläche unter dem Sonnenschirm bleibt dunkler als die freie Fläche. Das lässt sich aber wieder angleichen: Eine Holzterrasse kann man anschleifen und auffrischen.
WPC bleicht in den ersten Sommern leicht aus und bleibt danach weitgehend stabil. Der Nachteil zeigt sich beim Reparieren. Eine tiefe Kratzspur bleibt. Und eine einzelne Ersatzdiele hat oft einen anderen Farbton als die Fläche, die schon einige Jahre in der Sonne liegt. Aufarbeiten wie bei Holz geht nicht.
Wird WPC im Sommer zu heiß?
Ja, dunkles WPC wird in der prallen Sonne unangenehm heiß. Wer barfuß laufen will, sollte das ernst nehmen.
Entscheidend ist dabei weniger das Material als die Farbe. Auch dunkles, geöltes Holz heizt sich auf. Nur werden WPC-Dielen häufig in dunklen Grau- und Brauntönen gewählt. Bei einer Südterrasse ohne Verschattung raten wir zu einem hellen Ton, egal aus welchem Material.
Was hält länger?
Diese Frage lässt sich am Belag nicht beantworten. Schäden beginnen fast immer an derselben Stelle: an der Unterkonstruktion, dort wo Wasser steht und Luft fehlt.
Deshalb gilt für beide Materialien dasselbe: Wasser muss ablaufen können, die Konstruktion braucht Luft von unten, und Holz braucht Abstand zum Erdreich. WPC quillt nicht und fault nicht. Wenn die Unterkonstruktion darunter aber aus Holz besteht und im Nassen liegt, ist damit nichts gewonnen. Wer am Unterbau spart und dafür teure Dielen kauft, hat die Reihenfolge vertauscht.
Vergleich auf einen Blick
| Punkt | Holz | WPC |
|---|---|---|
| Jährliche Pflege | Reinigen, optional ölen | Reinigen |
| Optik über die Jahre | Vergraut ungleichmäßig | Bleicht anfangs leicht, dann stabil |
| Barfuß | Splitter möglich | Meist splitterfrei |
| Hitze in der Sonne | Abhängig von Farbe und Öl | Dunkle Töne werden deutlich heiß |
| Kratzer und Flecken | Lassen sich ausschleifen | Bleiben sichtbar |
| Einzelne Diele tauschen | Möglich, gleicht sich mit der Zeit an | Möglich, Farbunterschied bleibt |
| Fläche auffrischen | Anschleifen und ölen | Nicht möglich |
| Anmutung | Naturmaterial, arbeitet | Gleichmäßig, technisch |
Wann raten wir wozu?
Zu Holz raten wir, wenn Sie ein natürliches Material wollen, mit einer Terrasse leben können, die sich verändert, und bereit sind, alle paar Jahre etwas Arbeit hineinzustecken.
Zu WPC raten wir, wenn Kinder barfuß darauf laufen, wenn die Terrasse über Jahre möglichst gleich aussehen soll und wenn jährliche Pflege realistisch nicht stattfinden wird. Das ist keine Notlösung, sondern eine ehrliche Antwort auf den Alltag.
Was machen wir, und was nicht?
Wir sind Zimmerei und Tischlerei. Unterkonstruktion und Belag der Terrasse bauen wir, ebenso Überdachungen und Carports darüber.
Liegt unter der Terrasse beheizter Wohnraum, befindet sich dort eine Abdichtung. Die gehört nicht zu unserem Handwerk. Wir bauen auf einer bestehenden, geprüften Abdichtung auf. Prüfen und erneuern muss sie der dafür zuständige Fachbetrieb. Wird eine Terrasse aufgeständert oder an das Gebäude gehängt, rechnet die Statik ein Statiker.
Was kostet das?
Der Materialpreis unterscheidet sich je nach Holzart und WPC-System deutlich, deshalb nennen wir dafür keine Pauschale. Den Aufwand für die Montage rechnen wir nach Stunden.
Unsere Stundensätze stehen öffentlich im Auftragsformular: 81,00 € pro Stunde (Facharbeiter) und 40,50 € pro Stunde (Helfer). Der Verlegeaufwand ist bei Holz und WPC ähnlich. Der Unterschied liegt im Material und im Unterbau.
Ob die Sätze netto oder brutto gelten, sagen wir Ihnen bei der Auftragsannahme.
Häufige Fragen
Muss man eine Holzterrasse ölen?
Nein. Öl ist eine Frage der Optik, nicht der Haltbarkeit. Unbehandeltes Holz vergraut und hält trotzdem, wenn die Konstruktion stimmt.
Kann man WPC auf eine alte Holzunterkonstruktion legen?
Nur wenn diese tragfähig ist und die Auflagerabstände zur neuen Diele passen. Die Vorgabe des Dielenherstellers entscheidet. Wir sehen uns das vor Ort an.
Splittert WPC?
Ummanteltes WPC im Normalfall nicht. Unbeschichtete Dielen können an Schnittkanten ausfasern.
Lässt sich eine beschädigte WPC-Diele tauschen?
Technisch ja. Rechnen Sie mit einem sichtbaren Farbunterschied zur gealterten Fläche.
Kann man WPC abschleifen wie Holz?
Nein. Die Oberfläche ist Teil des Profils, bei ummantelten Dielen sogar eine eigene Schicht. Schleifen zerstört sie.
Vergraut Holz gleichmäßig?
Nein. Verschattete Bereiche bleiben länger dunkel. Das gleicht sich über die Jahre teilweise an.
Der nächste Schritt
Wenn Sie wissen wollen, was Ihre Terrasse in Ihrer Situation kostet, brauchen wir die Fläche, den Untergrund und eine Vorstellung von der Optik. Alles Weitere klären wir vor Ort.
Nutzen Sie dafür auf /auftrag/ das Formular „Auftragserteilung / Angebot anfragen". Ist an einer bestehenden Terrasse etwas kaputt statt geplant, ist „Reparatur beauftragen" das richtige Formular.