Innendämmung im Altbau: Kosten und wann sie funktioniert
Einen Quadratmeterpreis für Innendämmung nennen wir Ihnen hier nicht. Er hängt an der Wand, die vor Ihnen steht — an ihrem Aufbau, ihrer Feuchte, ihrem Putz und an den Anschlüssen zu Decke, Fenster und Innenwand. Die Spanne nennen wir im Gespräch, wenn wir das Objekt gesehen haben, und vorher wäre jede Zahl geraten.
Wichtiger als der Preis ist ohnehin eine andere Frage: ob Innendämmung an Ihrer Wand überhaupt der richtige Weg ist. Innendämmung ist die anspruchsvollste Art zu dämmen. Falsch geplant erzeugt sie genau den Schaden, den sie verhindern soll.
Warum steht hier kein Preis pro Quadratmeter?
Weil derselbe Quadratmeter je nach Wand sehr unterschiedlich viel Arbeit ist. Zwei Räume mit gleicher Fläche können sich im Aufwand deutlich unterscheiden, wenn im einen der Putz tragfähig ist und im anderen nicht.
Was wir öffentlich nennen können, sind unsere Stundensätze: 81,00 € pro Stunde (Facharbeiter) und 40,50 € pro Stunde (Helfer). Für eine geplante Dämmmaßnahme bekommen Sie von uns kein Stundengerüst, sondern ein Angebot mit Positionen. Der Stundensatz gilt dort, wo nach Aufwand gearbeitet wird — etwa bei Reparaturen.
Ob die Sätze netto oder brutto gelten, sagen wir Ihnen bei der Auftragsannahme.
Wovon hängt der Preis wirklich ab?
| Größe | Warum sie den Preis bewegt |
|---|---|
| Zustand der Wand | Loser Putz, Salze, Risse oder Feuchte müssen vorher weg. Das ist Vorarbeit, keine Dämmung. |
| Systemwahl | Kapillaraktive Platte, Dämmung mit Dampfbremse oder Vorsatzschale unterscheiden sich in Material und Arbeitszeit deutlich. |
| Anschlüsse | Fensterlaibungen, Decken- und Innenwandanschlüsse sind die kritischen Punkte. Sie kosten Zeit und entscheiden über die Haltbarkeit. |
| Holzbalkendecken | Binden Balkenköpfe in die Außenwand ein, braucht dieser Punkt eine eigene Lösung. |
| Raumgeometrie | Viele Ecken, Nischen und Heizkörper machen aus wenig Fläche viel Zuschnitt. |
| Was danach kommt | Oberfläche, Malerarbeit, Elektro, Fußleisten, Heizkörper ab- und anbauen. |
| Vorbereitung durch Sie | Geräumter Raum oder möblierter Raum ist ein Unterschied. |
Wann funktioniert Innendämmung — und wann raten wir ab?
Sie funktioniert, wenn die Wand von außen trocken bleibt und der Aufbau gerechnet ist. Erst rechnen, dann dämmen. Wie dick gedämmt werden muss und welches System zur Wand passt, ist keine Geschmacksfrage.
Wir raten ab oder sagen erst einmal Halt, wenn:
- die Außenwand starkem Schlagregen ausgesetzt ist und Putz oder Fugen nicht intakt sind
- im Sockelbereich Feuchte aufsteigt, deren Ursache nicht geklärt ist
- bereits Schimmel an der Wand sitzt und niemand weiß, warum
- Balkenköpfe in der Außenwand liegen und der Anschluss nicht sauber gelöst werden kann
- die Dämmung eine kalte, feuchte Wohnung reparieren soll, deren Problem Heizung und Lüftung sind
- nur die eine sichtbar problematische Wand gedämmt werden soll, ohne die angrenzenden Bauteile mitzudenken
Das sind keine Ausschlüsse für immer. Meist ist es eine Reihenfolge: erst die Ursache, dann die Dämmung.
Warum entsteht Schimmel hinter einer Innendämmung?
Weil die Wand nach dem Dämmen kälter ist als vorher. Die Dämmung hält die Wärme im Raum, also kommt weniger davon in der Wand an. Trifft warme Raumluft auf diese kältere Ebene, fällt dort Feuchte an.
Deshalb entscheidet nicht die Dämmplatte über den Erfolg, sondern der Umgang mit Feuchte: ein System, das Feuchte wieder abgeben kann, oder eine Dampfbremse, die sauber ausgeführt und an jedem Rand angeschlossen ist. Ein Riss in dieser Ebene ist kein Schönheitsfehler. Er ist der Weg, auf dem die Feuchte in die Konstruktion kommt.
Genauso wichtig sind die Wärmebrücken: Fensterlaibung, Deckenanschluss, einbindende Innenwand. Wenn dort ungedämmt Kälte in den Raum zieht, wandert das Problem nur ein Stück weiter.
Welche Systeme kommen infrage?
Grob drei Wege, und keiner ist grundsätzlich der beste:
- Kapillaraktive Dämmplatte, direkt im Verbund auf die Wand geklebt. Verzeiht mehr, weil sie Feuchte aufnehmen und wieder abgeben kann. Verlangt einen tragfähigen, ebenen Untergrund.
- Dämmung mit Dampfbremse hinter einer Beplankung. Leistungsfähig, aber nur so gut wie die Ausführung der Anschlüsse.
- Vorsatzschale in Ständerbauweise, wenn die Wand krumm ist oder Leitungen mitgeführt werden sollen. Kostet mehr Raumtiefe.
Welcher Weg zu Ihrer Wand passt, ergibt sich aus dem Wandaufbau und der Feuchtesituation, nicht aus dem Katalog.
Was gehört ins Angebot, wird aber oft vergessen?
- Rückbau von Tapete, Putz oder alter Verkleidung
- Untergrundvorbereitung und Ausgleich
- Laibungen und Anschlussdetails, einzeln benannt
- Heizkörper demontieren und wieder montieren
- Steckdosen und Schalter in der gedämmten Ebene
- Fußleisten, Türzargen, Anschluss an den Boden
- Malerfertige Oberfläche oder eben nicht — das muss dastehen
- Staubschutz, Abfuhr, Entsorgung
Fehlen diese Positionen, ist ein Angebot nicht günstiger. Es ist unvollständig.
Woran erkennen Sie ein belastbares Angebot?
Daran, dass jemand vorher an der Wand war. Und daran, dass System, Dämmdicke und Anschlussdetails benannt sind statt „Innendämmung, pauschal“.
Fragen Sie beim Vergleich:
- Welches System, welche Dämmdicke, und worauf beruht diese Dicke?
- Wurde die Feuchtesituation der Wand beurteilt, und von wem?
- Wie werden Laibungen, Deckenanschluss und einbindende Innenwände ausgeführt?
- Was passiert an Balkenköpfen?
- Welche Vorarbeiten und welche Nacharbeiten sind enthalten, welche nicht?
- Wer stellt die Oberfläche her?
Und die Förderung?
Für Innendämmung gibt es Förderprogramme, die an technische Anforderungen und an eine fachliche Begleitung geknüpft sind. Ob Ihr Vorhaben die Bedingungen erfüllt und was ein Antrag verlangt, klärt ein zugelassener Energieeffizienz-Experte. Wir sind keine Energieberater und stellen keine Anträge. Wir bauen, was in der Planung steht, und richten unser Angebot danach aus.
Wie läuft das bei uns?
Wir sehen uns die Wand an — von innen und von außen. Wir klären, was der Aufbau ist und wie es um Putz, Feuchte und Anschlüsse steht. Dann sagen wir Ihnen, ob Innendämmung hier der richtige Weg ist, welcher Aufbau infrage kommt und in welcher Größenordnung sich das bewegt. Erst danach schreiben wir ein Angebot mit Positionen.
Wenn wir zu dem Schluss kommen, dass Sie zuerst etwas anderes brauchen, sagen wir das auch.
Häufige Fragen
Was kostet Innendämmung pro Quadratmeter?
Das lässt sich ohne Blick auf die Wand nicht seriös beziffern. Zwischen einer ebenen, trockenen Wand und einer mit losem Putz, einbindender Holzbalkendecke und vielen Laibungen liegt ein erheblicher Unterschied. Die Spanne nennen wir im Gespräch.
Kann man von innen dämmen, ohne dass Schimmel entsteht?
Ja, wenn der Aufbau vorher gerechnet ist, die Wand von außen trocken bleibt und die Anschlüsse sauber ausgeführt werden. Ohne diese drei Punkte ist es Glückssache.
Ist Innendämmung schlechter als eine Dämmung von außen?
Bauphysikalisch ist die Außendämmung der einfachere Weg. Innendämmung ist oft trotzdem die richtige Wahl — bei erhaltenswerten Fassaden, bei Grenzbebauung oder wenn nur einzelne Räume betroffen sind.
Wie viel Raum verliere ich?
Das hängt von System und Dämmdicke ab. Beides wird vorher gerechnet, damit Sie es kennen, bevor Sie entscheiden.
An der Wand ist schon Schimmel. Können Sie einfach darüberdämmen?
Nein. Erst muss klar sein, woher die Feuchte kommt. Wir sind keine Schimmelsanierer und dämmen nichts zu, dessen Ursache offen ist.
Reicht es, nur die eine kalte Wand zu dämmen?
Manchmal ja. Aber die angrenzenden Bauteile müssen mitgedacht werden, sonst verschiebt sich der kälteste Punkt nur an die nächste Stelle.
Der nächste Schritt
Schicken Sie uns über Auftragserteilung / Angebot anfragen kurz, um welchen Raum es geht: Baujahr, Außenwand, was Sie an der Wand beobachten. Wenn möglich zwei Fotos — eines vom Raum, eines von der Fassade außen. Danach vereinbaren wir einen Termin an der Wand, und Sie bekommen ein Angebot, das die Positionen benennt.
Geht es um einen konkreten Schaden statt um eine geplante Maßnahme, nutzen Sie auf derselben Seite „Reparatur beauftragen“.