Parkett abschleifen und aufarbeiten: Kosten und wann es sich lohnt
Der Preis einer Parkettaufarbeitung entscheidet sich an einer Frage: Wie viel Nutzschicht ist noch da? Ist über Nut und Feder genug Holz, lässt sich der Boden schleifen, kitten und neu versiegeln. Ist die Nutzschicht aufgebraucht, hilft kein Schliff mehr, dann reden wir über einen neuen Boden.
Einen Quadratmeterpreis nennen wir auf dieser Seite nicht. Was den Preis treibt, steht hier vollständig.
Was kostet Parkett abschleifen pro Quadratmeter?
Die Spanne nennen wir Ihnen, wenn wir den Boden gesehen haben. Eine Zahl, die ohne Blick auf das Objekt genannt wird, beschreibt einen anderen Boden als Ihren.
Offen stehen unsere Stundensätze: 81,00 € pro Stunde (Facharbeiter) und 40,50 € pro Stunde (Helfer). Sie stehen so auch im Auftragsformular. Für eine Aufarbeitung geht in die Kalkulation ein, was wir vor Ort sehen: Fläche, Zustand, Verlegemuster, Altbeschichtung, Randbereiche. Erst nachsehen, dann rechnen.
Ob die Sätze netto oder brutto gelten, sagen wir Ihnen bei der Auftragsannahme.
Wovon hängt der Preis ab?
Von der Fläche am wenigsten. Von allem, was den Schliff aufwendiger macht, am meisten.
- Zustand der Oberfläche: Gebrauchsspuren gehen schnell weg. Tiefe Kratzer, Dellen und Farbreste kosten einen zusätzlichen Grobschliffgang.
- Alte Beschichtung: Lack, Öl, Wachs oder Klebereste verhalten sich beim Schleifen unterschiedlich. Wachs und Kleber setzen das Schleifmittel zu.
- Verlegemuster: Fischgrät und Mosaikparkett werden über Kreuz geschliffen, nicht in einer Richtung. Das ist mehr Arbeit als bei Landhausdielen.
- Randbereiche und Ecken: Was die große Maschine nicht erreicht, macht der Kantenschleifer, den Rest die Hand. Viele kleine Räume haben mehr Rand als ein großer.
- Lose Stäbe und Hohlstellen: Sie müssen vor dem Schliff fest sein, sonst wandert die Maschine.
- Fugen: Kitten mit Schleifstaub ist ein eigener Arbeitsgang, nicht immer nötig.
- Sockelleisten und Übergänge: Abnehmen, wieder setzen oder neu — drei verschiedene Positionen.
- Oberfläche: Lack und Öl brauchen unterschiedlich viele Aufträge und unterschiedlich lange Standzeiten.
- Raumfreiheit: Ein leerer Raum wird schneller fertig als einer, in dem Möbel wandern.
Warum ist die Nutzschicht die eine Frage, die alles entscheidet?
Weil sie sagt, ob es überhaupt geht. Geschliffen wird immer Material weg, und was einmal weg ist, kommt nicht wieder.
Massiv- und Stabparkett bringen dickes Holz mit. Mehrschichtparkett hat eine dünne Decklage auf einer Trägerplatte. Bei manchen Fertigböden ist ein Schliff nicht mehr sinnvoll. Nachsehen lässt sich das an einer offenen Kante: an der Türschwelle, am Ausschnitt für ein Heizungsrohr, am Lüftungsgitter oder an einem gelösten Stab. Wurde der Boden schon einmal geschliffen, ist entsprechend weniger übrig. Wird zu tief gegangen, kommt die Feder frei und der Boden ist danach hin. Deshalb sehen wir nach, bevor wir ein Angebot schreiben.
Wann lohnt sich Aufarbeiten, wann ein neuer Boden?
Aufarbeiten ist der kleinere Eingriff, weil ganze Posten wegfallen: Ausbau, Entsorgung, neuer Untergrund, Anpassen von Türen und Leisten an eine neue Aufbauhöhe. Der Vergleich lohnt sich trotzdem, und er geht nicht immer zugunsten des Bestands aus.
| Dafür spricht Aufarbeiten | Dafür spricht ein neuer Boden |
|---|---|
| Nutzschicht ist vorhanden | Nutzschicht ist aufgebraucht |
| Boden liegt fest, kaum Hohlstellen | Viele lose Stäbe, Untergrund defekt |
| Holzart und Muster gefallen Ihnen | Sie wollen ein anderes Holz oder Format |
| Aufbauhöhe soll bleiben | Der Aufbau soll ohnehin geändert werden |
| Schäden sind flächig, aber oberflächlich | Feuchteschaden über größere Fläche |
Ist es unter dem Boden feucht, gehört die Ursache geklärt, bevor geschliffen wird. Ein Schliff macht aus einem nassen Aufbau keinen trockenen.
Was gehört zu einer vollständigen Aufarbeitung?
Sechs Schritte, und jeder davon kann im Angebot stehen oder fehlen. Fragen Sie danach.
- Raum räumen, Sockelleisten lösen, angrenzende Bereiche abschotten
- Grobschliff, Zwischenschliff, Feinschliff
- Ausbessern: lose Stäbe befestigen, einzelne Stäbe tauschen
- Kitten der Fugen mit Schleifstaub
- Oberfläche aufbauen, Lack oder Öl, je nach System mit Zwischenschliff
- Leisten setzen, Übergänge herstellen
Wann Sie den Raum wieder betreten und wann Sie Möbel zurückstellen können, hängt vom gewählten Oberflächensystem ab. Wir sagen es Ihnen vor Beginn, nicht danach.
Welche Posten werden in Angeboten gern vergessen?
Die kleinen. Sie summieren sich und tauchen später als Nachtrag auf.
- Möbel räumen und zwischenlagern
- Entsorgung von Altleisten und Schleifstaub
- Ausbesserung einzelner Stäbe, samt Beschaffung im alten Format
- Neue Sockelleisten, wenn die alten beim Lösen brechen
- Übergangsschienen zu Fliese, Teppich oder Laminat
- Staubschutz und Abschottung zu anderen Räumen
- Treppenstufen, die fast immer separat gerechnet werden
- Ein zusätzlicher Pflegeauftrag bei geölten Flächen
Woran erkennen Sie ein belastbares Angebot?
Daran, dass jemand den Boden gesehen hat. Alles andere ist eine Schätzung, auch wenn eine Zahl mit Komma darin steht.
Diese Fragen trennen vergleichbare Angebote von unvergleichbaren:
- Wurde die Nutzschicht geprüft, und wo?
- Wie viele Schliffgänge sind enthalten?
- Sind Rand und Ecken enthalten oder extra?
- Ist Kitten enthalten?
- Welche Oberfläche, und wie viele Aufträge?
- Stehen Ausbesserungen als eigene Position drin?
- Was passiert, wenn beim Schleifen ein Schaden sichtbar wird, den vorher niemand sehen konnte?
- Wer räumt, wer entsorgt?
Zwei Angebote sind erst dann vergleichbar, wenn diese acht Punkte in beiden gleich beantwortet sind.
Häufige Fragen
Kann jedes Parkett geschliffen werden?
Nein. Massiv- und Stabparkett in der Regel ja. Bei Mehrschicht- und Fertigparkett entscheidet die Decklage. Das sehen wir vor Ort nach.
Wie oft lässt sich ein Parkett aufarbeiten?
So oft, wie die Nutzschicht es hergibt. Jeder Schliff nimmt Material. Wie viel bei Ihrem Boden noch da ist, sagt Ihnen niemand aus der Ferne.
Lack oder Öl?
Lack legt einen Film auf das Holz, ist geschlossen und wird bei Schäden flächig repariert. Öl zieht ein, lässt sich punktuell nacharbeiten und will regelmäßig gepflegt werden. Besser ist keins von beiden, anders schon.
Gehen dunkle Wasserflecken beim Schleifen weg?
Manchmal. Der Schliff nimmt die Oberfläche ab, aber Verfärbungen sitzen oft tiefer im Holz. Dann bleibt der Austausch einzelner Stäbe.
Muss die Wohnung leer sein?
Der Raum muss leer sein. Wer räumt und wohin, klären wir vorher und schreiben es ins Angebot.
Geht das über einer Fußbodenheizung?
Auch hier entscheidet die Nutzschicht. Die Heizung wird vor dem Schleifen und vor dem Versiegeln heruntergefahren. Den Ablauf stimmen wir mit Ihnen ab.
So geht es weiter
Schicken Sie uns die Eckdaten: Räume, ungefähre Fläche, Art des Parketts, wenn Sie sie kennen, und ein paar Fotos. Ein Foto von einer offenen Kante an der Türschwelle hilft uns am meisten. Dann vereinbaren wir einen Termin, sehen uns die Nutzschicht an und Sie bekommen ein Angebot mit den Positionen einzeln aufgeführt.
Nutzen Sie dafür das Formular „Auftragserteilung / Angebot anfragen" auf /auftrag/. Geht es nur um eine einzelne kaputte Stelle, ist „Reparatur beauftragen" auf derselben Seite der kürzere Weg. Telefonisch erreichen Sie uns unter 02843 5700.